Vorgeschichte


Zu einer umfassenden Chronik des Schützenvereins Nierenburg-Nordhausen gehört ganz sicher auch ein Blick in die Zeit vor der Vereinsgründung. Unter der Überschrift "Vorgeschichte" möchten wir einen kurzen Rückblick auf die Entstehung des Schützenwesens und die Geschichte unserer Heimat halten.
Die Ursprünge des Schützenwesens lassen sich anhand schriftlicher Überlieferungen bis ins 13. Jahrhundert zurückverfolgen, die tatsächliche Entstehung dürfte aber noch einige Jahrhunderte weiter zurückliegen.
Es begann mit kleinen Vereinigungen zum reinen Selbstschutz gegen gewalttätige Angriffe von außen auf die unmittelbare Lebensumgebung, kurz gesagt eine aus der Not geborene Gemeinschaft zur Verteidigung der Nachbarschaft, der Bauerschaft oder der Ortschaft. Diese ursprünglichen, nicht gerade militärischen, aber doch der Heimatverteidigung dienenden Aufgaben ließen bereits im 16.Jahrhundert nach und wurden mit der Zeit ganz überflüssig.
Die Schützenvereine bzw. Schützengilden blieben aber weiterhin bestehen und lieferten immer mehr einen wichtigen Beitrag zum gesellschaftlichen Leben in Stadt und Land. Das gesellige Beisammensein trat in den Vordergrund, geschossen wurde nur noch um Königs- und Kaiserwürden oder aus sportlichen Motiven. Die Schützenfeste entwickelten sich vielerorts zu den Höhepunkten des gesellschaftlichen Lebens und erfreuten sich auch gerade auf dem Lande wegen ihrer zünftig deftigen Art großer Beliebtheit. Sie brachten Leben "in dei Bur"!

In die Vorgeschichte gehört ebenso ein kurzer Rückblick auf die Ursprünge der Mettinger Bauerschaften Nordhausen und Nierenburg.
Die Bauerschaft Nordhausen (Naosen) erhielt ihren Namen nach dem Geschlecht der "Northusen", die bereits seit dem 12. Jahrhundert in verschiedenen Urkunden erwähnt werden, so z.B. beim Bischof von Osnabrück oder den Tecklenburger Grafen. Hier wurde lt. Mettinger Heimatbuch "1622 Albert tho Nordhuyssen und ein Jahrzehnt später Kolon Nordhausen genannt, der auf dem heutigen Knufschen Hof saß und sich zuletzt Nordhaus schrieb".
Ebenfalls lt. Mettinger Heimatbuch wird die Bauerschaft Nierenburg (Nienboug) erstmals in einem Schnatprotokoll im Jahre 1777 genannt und damals noch Nierenborgen geschrieben. Der Name soll aus nier = nieder und borg = geborgen hervorgegangen sein; ein niedrig gelegenes Gelände, das als Zufluchtsort in Notzeiten diente.
Die Schreibweise "Nierenborg" findet sich sogar noch auf der ersten Vereinsfahne des Schützenvereins Nierenburg-Nordhausen wieder.