• Schießsportanlage Nierenburg Nordhausen



Bau der Schießsportanlage in Nierenburg von 1999-2001


Das Vereinsleben unseres Schützenvereins verlief in den Jahren 1991 nach der Fahnenweihe bis zum Jahre 1997 in relativ ruhigem Fahrwasser. Im Jahre 1994 stellte unser damaliger Vorsitzender Franz Dieckmann nach über 22-jähriger Amtszeit mit zeitlichen Unterbrechungen sein Amt auf eigenen Wunsch zur Verfügung, und die Generalversammlung wählte seinen Stellvertreter Erich Schneiders zu seinem Nachfolger. Franz Dieckmann hat den Verein in all den Jahren in schwierigen Situationen immer wieder übernommen und war darüber hinaus lange Jahre als Kassierer tätig. Auch für seinen besonderen Einsatz bedankt sich der Verein an dieser Stelle sehr herzlich.
Danach wurden im Verein einige Reformen eingeleitet. Im Jahre 1995 wurde die Anwartschaft der Ehrenmitgliedschaft von seinerzeit 60 Jahre auf heute 65 Jahre heraufgesetzt. Viele Ehrenmitglieder zahlen heute noch ihren Beitrag freiwillig als Spende. Im Jahre 1996 wurde mit großer Mehrheit über die freiwillige Anschaffung unserer heutigen Schützenjacken entschieden. Bei unserem damaligen König Ewald Dieckmann und seiner Königin Ehefrau Paula wurde unser langer Festumzug das erste Mal mit den neuen Jacken staunend betrachtet.
Anfang November 1996 war dann die allgemeine Euphorie abrupt an einem Sonntagmorgen beendet. Franz Aulkemeyer teilte dem Vorstand mit, dass er sein ganzes Anwesen in der vergangenen Woche komplett verkauft habe. Die Besitztümer des Schützenvereins wie der Fahnenschrank, Königsbilder, Pokale und einige andere Sachen müssten innerhalb einer Woche das Lokal verlassen. Alle Beteiligten waren schockiert, denn die meisten Vereinsmitglieder hatten doch allzusehr auf eine Nachfolgeregelung gehofft. Spontan wurden noch am gleichen Sonntag Verhandlungen mit unseren weiteren Vereinswirten Ulli und Maria Pieper geführt über eine direkte Aufnahme unseres Fahnenschrankes. Ohne Wenn und Aber und ohne jegliche Bedenken hat Ulli Pieper damals sofort entschieden, unseren Fahnenschrank in seiner Gaststätte aufzunehmen.
Für diesen Vertrauensbeweis, der für unser weiteres Vereinsleben von großer Bedeutung war, bedanken sich alle Vereinsmitglieder bei Ulli und Maria Pieper noch einmal ganz herzlich.
Vielen Vereinsmitgliedern ist danach erst richtig bewusst geworden, in welcher schwierigen Situation sich unser Verein damals befunden hat. Allen Beteiligten war klar geworden, dass das Kernstück unseres Vereins, die Vereinsfahnen mit unserem Fahnenschrank, nicht mehr direkt in Nierenburg und Nordhausen verfügbar waren. Das Vereinsleben konnte zwar geordnet weiterlaufen, aber die meisten Schützenbrüder waren der Meinung, ein eigenes Schützenhaus müsse gebaut werden. Vorstandssitzungen konnten nur noch in privaten Räumen abgehalten werden. Hierbei müssen wir uns besonders bei den Familien Ludger und Matthias Tenberg bedanken, bei denen wir über drei Jahre lang im Kaminzimmer die meisten Sitzungen abgehalten haben. Danach haben die Schützenbrüder Karl-Heinz Bosse und Bernhard Keller Überlegungen angestellt, ein eigenes Schützenhaus zu bauen. Der Vorsitzende unseres Vereins wurde anschließend in die Planungen mit einbezogen. Im Gartenhaus von Karl-Heinz und Angela Bosse sind von den genannten Personen an zahlreichen Abenden diverse Denkmodelle entwickelt worden. Ein neues Bauvorhaben im Außenbereich sowie die Standortfrage waren ein schwieriger Akt für die Zustimmung der Behörden. Hierbei hatten wir tatkräftige Unterstützung durch unseren damaligen Bürgermeister Herrn Hackmann und seinem Bauamtsleiter Herrn Krause-Hettlage, bei denen wir uns ebenfalls noch einmal herzlich bedanken für ihre Unterstützung.
Den Behörden in Steinfurt und der Bezirksregierung in Münster war klar, dass ein Vereinshaus nur in Form einer Schießsportanlage in einem Umkreis zu unserem vorhandenen Ehrenmal in Nierenburg entstehen und genehmigt werden konnte. Karl-Heinz und Angela Bosse waren es schließlich, die dem Verein das notwendige Grundstück zur Verfügung gestellt haben. Im August 1998 signalisierten die Behörden erstmalig eine Zustimmung. Auch dafür bedankt sich der Verein nochmals bei allen Beteiligten.
Auf der Generalversammlung im November 1998 wurden dem Verein die Zeichnung, das Modell und eine mögliche Finanzierung vorgestellt. Es wurde dabei vom Vorstand die Bedingung ausgegeben, dass von den damaligen 250 Mitgliedern mindestens 160 Mitglieder dem Projekt zustimmen müssen. Bei der Vorabbefragung durch den Vorstand und die Gebietskassierer in den Monaten Januar und Februar 1999 sollte gleichzeitig über eine mögliche Spendenbereitschaft berichtet werden. Darüber hinaus konnten die Vereinsmitglieder zusätzliche Eigenanteile an dem Gebäude erwerben, die sie über private Feierlichkeiten zu einem späteren Zeitpunkt in Anspruch nehmen konnten. Die Auswertung der Ergebnisse übertraf schließlich bei weitem die Erwartungen. Von den 250 Mitgliedern waren immerhin 220 mit der Baumaßnahme einverstanden, ca. 200 Vereinsmitglieder spendeten freiwillig in beträchtlicher Höhe. Außerdem erwarben 120 Vereinsmitglieder zusätzliche Eigenanteile an dem Gebäude. Die Finanzierung war somit gesichert und die Bauanträge konnten eingereicht werden. Anfang Mai erfolgte die langersehnte Baugenehmigung und es wurde unverzüglich mit den Bauarbeiten begonnen. Am 24. Juli 1999 wurde ein zünftiges Richtfest gefeiert. Der Richtspruch für das Gebäude wurde von unserem Vereinsmitglied und Zimmermannsmeister Werner Frehe gesprochen, der für die Dachkonstruktion verantwortlich war.



Schützenvereinsmitglieder beim Ausheben der Baugrube im Mai 1999



Fertigstellung der Rohbauarbeiten im August 1999


Das Richtfest der Schießsportanlage am 24. Juli 1999
Richtspruch vorgetragen von Werner Frehe

Hier vom neu erbauten Haus,
schau ich zur Schöpfung weit hinaus
und schaue froh und kühn umher,
als ob ich selbst der Meister wär.
Von der Stirne heiß rinnen muß der Schweiß,
soll das Werk den Meister loben,
doch der Segen kommt von oben.
Sahen wir nicht einst diese Bäume stehen, auf grünen Auen,
auf ihrem Ast der Vogel sang und Schatten gab es überall.
Hierauf ein Wort verließ der Baum den Wald,
erhielt veränderte Gestalt,
für Mensch und Tier Aufenthalt.
Jetzt will ich mich zum Bauherren wenden
und ihn fragen aus frischem frohem Mut,
ob ihm der Bau gefallen tut.
Nun Bauherr, wie gefällt Dir dieser Bau ?
(Sehr gut). Wohlan, da ihn der Bauherr lobt,
ist dieses Werk genug erprobt
und keiner braucht `nen Urteilsspruch - wohlgemerkt keiner.
Denn dem`s gehört, gefällt es gut.
Jetzt wollen wir den Bauherren ( Schützenverein Nierenburg - Nordhausen)
hochleben lassen.

Drei mal hoch auf die Handwerker und die Herren Handlanger sowie die
Nachbarn wurden mit einem dreifach Hoch bedacht.



Die Pausen sind das schönste beim Arbeiten !



Einige Schützenbrüder aus dem Team Innenausbau im Jahre 2001


Mitte August 1999 wurde die Rohbauabnahme beantragt. Da das Gebäude nicht an dem vorgeschriebenen Standort errichtet worden war, sondern zu weit östlich in dem angrenzenden Wald, konnte die Abnahme nicht erteilt werden. Ende August 1999 legten die Behörden die Baumaßnahme still. Der Verein und die Eigentümer haben dabei maßgeblich den Wert des maroden Waldstückes unterschätzt. Für die Behörden war es dagegen ein böser Eingriff in die Natur mit einem hochwertigen Baumbestand. Was sich dann in den nächsten 12 Monaten mit den Behörden abspielte, einschließlich eines persönlichen Ortstermins des Regierungspräsidenten aus Münster, darüber möchte der Vorsitzende unseres Vereins nicht noch weitere Einzelheiten schildern. Mit sehr viel Glück und viel Rücksichtnahme der Behörden sowie mit einem hohen Bußgeldbescheid für den Verein bzw. den Vorsitzenden und mit der Aufforstung der benachbarten Wiese wurde doch noch ein Abriss des Gebäudes verhindert. Stellvertretend für die vielen Helfer im Hintergrund möchte sich der Verein bei unserem Bürgermeister Kellinghaus für seinen unermüdlichen Einsatz noch einmal besonders bedanken.Die Baugenehmigung wurde daraufhin erneut erteilt und mit den Bauarbeiten konnte Ende September 2000 wieder begonnen werden. Was sich danach an Hilfsbereitschaft und Einsatz aller Vereinsmitglieder, ob jung oder alt, im nächsten Halbjahr in Nierenburg abspielte, verdient aller-höchsten Respekt. Das Gebäude wurde mit insgesamt über 7.000 ehrenamtlichen Arbeitsstunden komplett in Eigenleistung erstellt.


Abordnungen der Schützenvereine zur Einweihungsfeier im April 2001

Die feierliche Einweihungsfeier wurde im Januar 2001 geplant und auf den 21. April 2001 terminiert. Dieser Termin konnte erfreulicherweise auch eingehalten werden. Durch intensive Vorbereitungen vieler Vereinsmitglieder bei der Herrichtung des Festplatzes sowie einem gemeinsamen Zeltaufbau war es am Samstag, dem 21. April 2001, soweit. Um 14.30 Uhr konnte der Festakt mit der Kranzniederlegung am Ehrenmal durch unseren damaligen amtierenden Schützenkönig Karl Oelgemöller beginnen. Unser Verein war mit mehr als 100 Schützen angetreten. Danach erfolgte um 15 Uhr ein Festgottesdienst in der vollbesetzten Schießsportanlage mit der feierlichen Einsegnung des Gebäudes durch die Pastöre Schwulst und Irmgedruth. Das Holzkreuz in der Schießsportanlage, welches ebenfalls gesegnet wurde, hat unser Ehrenmitglied Silver Otte angefertigt und gestiftet. Dafür nochmals ein herzliches Dankeschön


Festkranz von den Nachbarn zur Einweihung

Ab 16 Uhr fand ein gemütliches Kaffeetrinken statt. Um 16.30 Uhr war der Empfang unserer elf Nachbar- und Gastvereine an unserem Ehrenmal. Es handelte sich dabei um 9 Mettinger Vereine (der Schützenverein Bruch hatte abgesagt) sowie die Nachbarvereine aus Metten und Ost- und Westerbeck. Nach dem Antreten und einem kurzen Festmarsch in Begleitung unseres Spielmannszuges Blau-Weiß Espel konnte der erste Vorsitzende Erich Schneiders alle Teilnehmer und Ehrengäste begrüßen. Zu den Ehrengästen zählten unser Bürgermeister Helmut Kellinghaus, der auch später die Festrede hielt, mit seiner Frau Ulla, Herr Jacobi vom Heimatschützenbund Tecklenburger Land, die Pastöre Schwulst und Irmgedruth, Herr Alfons Baune von der Mettinger Schützengemeinschaft und unser amtierendes Königspaar Karl und Angela Oelgemöller mit ihrem Hofstaat.
Das Wetter war trocken und die Stimmung sehr gut. In der Festrede durch den Bürgermeister wurde noch einmal deutlich, welch schwierigen Akt er gemeinsam mit dem Verein bei den Behörden hatte durchstehen müssen. Zum Glück ist alles gut ausgegangen. Als Gastgeschenk der Gemeinde wurde uns ein Bild vom traditionellen Schultenhof und ein Zollstock überreicht. Der Zollstock solle doch daran erinnern, dass der Verein in Zukunft die notwendigen Maße immer einhalten möge. Dieses Versprechen haben wir ihm gegeben.



Der Vorsitzende mit Zollstock und Bild, überreicht von unserem Bürgermeister Kellinghaus.

Herr Jacobi und alle anderen Gastvereine richteten Grußworte an den Verein und überreichten uns schöne Gastgeschenke, die alle einen würdigen Platz in unserer neuen Schießsportanlage gefunden haben. Für diese netten Worte und alle Gastgeschenke bedankt sich unser Verein noch einmal herzlich.
Mit dem abschließenden Deutschlandlied und dem gemeinsamen Wegtreten war der offizielle Teil des Festaktes beendet. Gemeinsam mit der Mettinger Stimmungskapelle "Die Bergbuben" haben der Verein und auch viele Gastvereine die Einweihung unserer Schießsportanlage noch würdig und ausgiebig gefeiert.


Die Schießsportanlage im Jahre 2004

Am Sonntagmorgen war alles wieder aufgeräumt. Die Mettinger Bevölkerung war eingeladen zum Tag der "offenen Tür" und zur Besichtigung der Schießsportanlage. Mit einem Zusatzprogramm für die Kinder und bei herrlichem Sonnenschein machten sehr viele Mettinger Bürger von dem Angebot Gebrauch. Alle Gäste waren doch sehr beeindruckt von dem gelungenen Bauwerk und der gemütlichen Atmosphäre innerhalb der Schießsportanlage. Der Festakt wurde mit einem Faß Freibier für alle ehrenamtlichen Helfer am Abend beendet. Erwähnenswert ist dabei, dass sich sehr viele Vereinsmitglieder einschließlich der Frauen aktiv und vorbildlich bei der Bewirtung der Gäste an den Festtagen eingesetzt haben. An dieser Stelle nochmals vielen Dank an alle Beteiligte. Ebenfalls möchten wir die Gelegenheit benutzen, um uns nochmals bei allen Helfern, die uns finanziell und handwerklich beim Bau unserer Schießsportanlage unterstützt haben, ganz herzlich zu bedanken. In diesem Dank beziehen wir ausdrücklich auch unsere zahlreichen Sponsoren mit ein.